Der Alte vom Müssenberge und andere Geschichten
Zum hundertsten Todesjahr von Anton Steinbach

Wenn der Müssenberg im Nebel liegt, sagten die Müscheder in früherer Zeit: „Der Alte vom Müssenberg raucht seine Pfeife!“ Dieser Alte vom Müssenberge ist eine Sagengestalt, die, ähnlich wie der schlesische Rübezahl, den Bedrängten zu Hilfe kommt und die Bösen bestraft.

Um ihn ranken sich zahlreiche Sagen, die den Müschedern heute kaum noch bekannt sind. Hätte Anton Steinbach, geboren 1844, diese Erzählungen nicht gesammelt, aufgezeichnet und veröffentlicht, wären sie vielleicht völlig verloren gegangen. Der tiefere Sinn seiner Werke ist der Sieg des Guten über das Böse. Anton Steinbach, der Lehrer, hat insbesondere für Kinder und junge Leute geschrieben. Aber auch für Erwachsene lohnt es sich, ihn zu lesen, denn das, was aus seinen Werken hervorgeht, ist allgemeingültig und von zeitloser Aktualität.

Sein Stil zu erzählen mag ungewohnt sein, denn in der Zeit vor hundert Jahren bis heute hat sich die Sprache beträchtlich verändert. Darum sind auch hinsichtlich der Orthographie und der Stilistik vorsichtige Korrekturen vorgenommen worden: Die Orthographie wurde der heutigen Rechtschreibung angepasst, veraltete und vor allem kaum noch verständliche Formulierungen sind durch heute gebräuchliche Ausdrucksweisen ersetzt worden.

Da die Erzählungen Anton Steinbachs heute kaum noch zugänglich sind, fasste der Arbeitskreis für Dorfentwicklung und Heimatpflege den Beschluss, einen Teil seiner Werke, beginnend mit den Sagen um den Alten vom Müssenberge anlässlich seines Todes vor hundert Jahren erneut zu veröffentlichen, um damit an diesen ausgezeichneten Schriftsteller zu erinnern.

Arnsberg-Müschede, im November 2017
Arbeitskreis für Dorfgeschichte und Heimatpflege, Müschede

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Erlebnis Mundart
Erinnerungen an den Müscheder Sprachwissenschaftler
Dr. Felix Wortmann

Als die Mundart noch die alltägliche Sprache war, empfand man sie durchaus nicht als Erlebnis. Heute aber geht sie immer weiter zurück, und auch vielen Sauerländern ist die Mundart ihrer Vorfahren heute weitgehend unbekannt – Kinder und junge Leute verstehen sie nicht einmal mehr.Wenn sich nun Menschen, die nicht über mundartliche Kenntnisse verfügen, mit Mundart in Schrift oder Ton auseinandersetzen, so wird dies für sie zum Erlebnis. Die Mundart ist nicht einfach eine Variante der deutschen Standardsprache, obwohl in ihrem Namen das Wort „deutsch“ enthalten ist: niederdeutsch oder auch plattdeutsch. Es ist eine eigenständige Sprache mit eigenen Regeln, ja sogar mit einer eigenen Mentalität.

Meygampeltenhäop = Ameisenhaufen – Kramänzelte = Ameise – Meyg – Ampelte = kleine Ameise

Dem, der sich mit Mundart befasst, tut sich eine andere Welt auf. Ein Beispiel für die Andersartigkeit der Mundart möge hier folgen: In der hochdeutschen Standardsprache unterscheidet man zwischen dem Mund des Menschen und dem Maul vieler Tiere. In der Mundart gibt es diesen Unterschied nicht: et Miul vamme Mensken un et Miul van viëllen Deyern (der Mund von den Menschen und der Mund von vielen Tieren). Im Untertitel dieses Bandes „Erinnerungen an den Müscheder Sprachwissenschaftler Dr. Felix Wortmann“ wird ein Mann genannt, der nicht nur niederdeutscher Muttersprachler war, sondern auch seine Muttersprache Niederdeutsch studierte und danach auch wissenschaftlich analysierte.

Den umfangreichen Forschungen von Dr. Wortmann über die Mundart von Müschede ist es zu verdanken, dass der ADH Müschede ein Werk präsentieren kann, das die Mundart wirklich zu einem Erlebnis werden lässt.

Arnsberg-Müschede, im November 2016
Arbeitskreis für Dorfgeschichte und Heimatpflege, Müschede

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Haus Wicheln,
Ausführungen zur Wirtschafts- und Baugeschichte
im 16. – 19. Jahrhundert

nach einem Manuskript von Dr. Ferdinand Voss (†)

Inhaltsverzeichnis
1.0
Vorwort
2.0 Der Niedergang des Hauses Wicheln unter Friedrich v. Thülen 1545-1572
und seiner Ehefrau Anna v. d. Reck 1573 -1597
3.0 Hans Friedrich v. Ledebur, Gutsherr auf Wicheln 1598-1626
4.0 Johann Wilhelm v. Ledebur, Gutsherr auf Wicheln 1637-1675
5.0 Friedrich Bernhard v. Ledebur, Gutsherr auf Wicheln 1676-1714
6.0 Margarethe Katharina v. Wrede – Witwe des Friedrich Bernhard
v. Ledebur Gutsherrin auf Wicheln, Reigern und Hachen 1714-1748
7.0 Zur Baugeschichte des Hauses Wicheln
8.0 Der Einfluss kurfürstlicher Jagdinteressen auf die Entwicklung des
Hauses Wicheln
9.0 Wichelner/Müscheder Flurnamen
10.0 Schlusswort
11.0 Anhang
Auszüge aus dem Bericht einer bauhistorischen Untersuchung des
Herrenhauses Wicheln aus dem Jahr 1983, einschließlich einiger im
Maßstab verkleinerter Bestandspläne mit eingetragener Veränderungschronologie.

Wappen v. Ledebur zu Wicheln
Silberner Sparren auf rotem Grund, auf dem Helm zwei Fasanenfedern, jede mit einem Sparren belegt.

Herausgeber: Heimatbund Neheim u. Hüsten e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Dorfgeschichte und Heimatpflege (ADH), Müschede
Redaktion: Werner Saure, Franz Josef Schulte, Hubert Michel
Satz und Layout: Hubert Michel, Müschede
Lektorat: Maria Keilig, Müschede
Druck: becker druck, F. W. Becker GmbH, Arnsberg

Erschienen in der Reihe: An Möhne, Röhr und Ruhr,
Heimatbund Neheim-Hüsten e.V. – Heft 44 – 2009

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Müschede, ein Tagebuch
nach Aufzeichnungen von Fritz Fabri

Fritz Fabri war von 1914 bis 1951 Hauptlehrer an der Katholischen Volksschule in Müschede. Über viele Jahre legte er eine Sammlung von handschriftlichen Aufzeichnungen zur Müscheder Geschichte und aktuellen Geschehnissen an. Der chronologische Teil dieser Sammlung beginnt im Jahr 1930 mit einer Eintragung zum Standort der heutigen St. Hubertuskirche und endet im Jahre 1955 u. a. mit einer Eintragung über die Rückkehr des letzten Müscheder Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft. Neben diesen Mitteilungen zum Tages- und überörtlichen Zeitgeschehen hat Fritz Fabri aber auch seine Forschungsergebnisse zur Geologie und zum Brauchtum unserer Heimat niedergeschrieben. Die vorliegende Druckfassung ist eine inhaltliche Wiedergabe seiner Aufzeichnungen und ein wertvoller Beitrag zur Müscheder Geschichte.

Arnsberg-Müschede, im September 2007
Arbeitskreis für Dorfgeschichte und Heimatpflege, Müschede

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Glockenturm der ehemaligen ev. Kirche in Müschede

Beispielhaft für die Arbeit des ADH ist ebenfalls die Umsetzung und Restaurierung des Glockenturms der ehemaligen ev. Kirche in Müschede, in der am 30. Mai 2010 der letzte Gottesdienst gefeiert wurde. Der Turm mit einer kleinen Stahlglocke befindet sich nun zur Erinnerung auf dem Müscheder Friedhof (s. unten).