Am Donnerstag, dem 21. Juni, trafen sich Mitglieder der Müscheder Caritas-Konferenz mit Ortsheimatpfleger Hubert Michel zu einem ortsgeschichtlichen Dorfrundgang.

Die erste Station war der vermutete Wohnplatz der Familie von Muche, die bereits 1179 urkundlich erwähnt wird und der Müschede seinen Namen verdankt: (Muche – Musche – Müschede). Hubert Michel erläuterte die historische Siedlungsstruktur Müschedes mit der kreisförmigen Anordnung der ältesten Müscheder Höfe und dem Anwesen der Familie von Muche an dem „nie versiegenden“ Dorfbrunnen an der uralten Wegeverbindung zwischen Lennetal und Ruhrtal.

Mitglieder der Müscheder Caritas-Konferenz mit Ortsheimatpfleger Hubert Michel nach dem ortsgeschichtlichen Dorfrundgang

Auf dem Weg ins Unterdorf konnte die Gruppe einiges über die Geschichte des Hohlwegs erfahren, dessen stark ansteigende Abschnitte im 19. Jahrhundert abgetragen und begradigt wurden. Der Bodenaushub wurde für den Bau des Hammergrabens verwendet, dessen Dämme zur Steigerung der Wasserkraft mehrmals erhöht wurden. Franz Känzler, Sensenschmied auf dem Müscheder „Hammer“, geboren 1904, gestorben 1992, konnte sich an ältere Arbeitskollegen erinnern, die diese Maßnahmen noch erlebt hatten und gerne darüber redeten.

An der nächsten Station wurde erinnert an das im Jahr 1933 auf der Ümcke hinter dem Haus Vollmer erbaute Freibad. Für die Müscheder Jungfrauenkongregation war der Besuch des Bades eine moralische Herausforderung, die letztlich zur Verweigerung des Freibadbesuches führte. Der zu geringe Wasserzulauf des Ümckebaches und die Verschlammung des Wasserbeckens nach Regengüssen führten schon bald zur Aufgabe des Bades. Erwähnt wurde auch der Müscheder Bademeister, der ebenso wie die meisten Besucher nicht schwimmen konnte.

Die Hofgeschichten der größeren im Unterdorf gelegenen bäuerlichen Anwesen: Lemenkühler, Stute, Weber, Michel, Hörster und Voss konnten nur kurz gestreift werden. Besonderes Interesse fand dabei der Vosshof, dessen wirtschaftliche Situation sich im Jahr 1899 zuspitzte, so dass Wilhelm Voss seinen gesamten Besitz verkaufen musste. Die Familie wanderte nach Amerika aus.

Die beginnende Industriealisierung, die im Jahr 1835 mit dem Bau der Piepenstockschen Fabrik, heute Sophienhammer, begann, konnte ebenfalls nur kurz erwähnt werden.

Zum Abschluss des Dorfrundgangs traf sich die Runde zu einem kleinen Imbiss im Pfarrheim. Barbara Reichenbruch, Vorsitzende der Müscheder Caritas-Konferenz, bedankte sich bei allen für die Teilnahme an dem Ortsrundgang und bei Ortsheimatpfleger Hubert Michel für die interessanten Ausführungen zur Müscheder Ortsgeschichte.