Ortsarchiv Müschede (OAM) ADH Müschede

 Forschungen / Sammlungen
Theodor Steinbach, Schriftsteller und Pfarrer

Theodor Steinbach, Heimatdichter und Pfarrer
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Theodor Steinbach wurde am 1. August 1871 als erstes von sieben Kindern der Eheleute Anton und Catharina Steinbach geb. Voss in Müschede geboren. Er starb nach langem, qualvollem Krankenlager am 2. Februar 1930 in Hattingen an Wassersucht. Er hatte trotz einer gewissen Kränklichkeit eine zähe Natur, die dem Tod den Sieg schwer machte.

Als seine Eltern 1874 von Müschede nach Castrop zogen, blieb Theodor bis zu seinem 6. Lebensjahr bei seinen Großeltern in Müschede. Ab 1877 besuchte er Schulen in Castrop und Paderborn, wo er Ostern 1891 seine Abiturprüfung ablegte. Danach besuchte er die Akademie in Paderborn und wurde dort am 22. März 1895 zum Priester geweiht. Stationen seiner Tätigkeit waren: Drolshagen (Vikar ab 26. März 1895), Castrop (Kooperator 1896), Schloss Antfeld (Hausgeistlicher ab 25. August 1897), Varensell bei Rietberg (Vikar ab 15. August 1902), Zerbst im Bezirk Magdeburg (Pfarrer ab 23. März 1904), Opherdicke bei Unna (Pfarrer ab 7. August 1908), Hattingen (Pfarrer ab 4. Februar 1911 und Definitor ab 22. Juni 1926).

Wilhelm Voss, Mitverfasser der Müscheder Chronik (1989), schreibt zu Theodor Steinbach:
Theodor Steinbach machte sich einen Namen als Heimatdichter. Zusammen mit dem aus Hagen-Bohle stammenden Heimatforscher Otto Schnettler (1882-1974) gab er Erzählungen heraus. 1910 erschienen in Paderborn seine „Westfälischen Sagen und Gedichte“, darunter die große Ballade „Die lederne Brücke zu Arnsberg“, in der die Vösse von Müschede als ziemlich wilde und trinkfeste Ritter dargestellt werden, die ein hochadeliges Fräulein von Rüdenberg zu entführen und zur Ehe zu zwingen suchen. Im Gegensatz zu seinem Vater war er kein Moralist, sondern ein Spät- oder Nachromantiker mit einer unbändigen Freude an historischen oder pseudohistorischen Gestalten. Formal war er ein Epigone von Friedrich Wilhelm Weber (1813-1894), dessen Epos „Dreizehnlinden“ er mit Begeisterung gelesen hatte. Solange er lebte, hat er die Verbindung zu Müschede gepflegt. Zu größeren festlichen Anlässen schrieb er sog. Prologe, von denen noch zwei als handschriftliche Originale erhalten sind.

 
  Veröffentlichungen:
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Erzählungen mit Otto Schnettler.
Westfälische Sagen und Gedichte, Bonifatiusdruckerei in Paderborn 1910. Originalbände befindet sich im Müscheder Ortsarchiv. Ebenfalls erhalten ist der Band, den Theodor, mit seiner Widmung versehen,
seinem Vater schenkte.
Prolog zur Einweihung des Kriegswahrzeichens am 5. November 1916 in Müschede.
Prolog zur Einweihung des Kriegswahrzeichens am 15. August 1920 in Müschede.
Prolog zur Einweihung des Gefallenenehrenmals am 22. Mai 1927 in Müschede

 
Quelle: OAM, Nachlass Wilhelm Voss-Gerling
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