Sensenmuseum «« 4 von 8 »»

ADH Müschede


 
 

Der Sensenschmied - "Eine gute Sense hält ein Leben lang."

Als Carl-Julius Cronenberg den Müscheder Sophienhammer 1870 kaufte und im darauf folgenden Jahr mit der Sensenproduktion begann, mussten zunächst Sensenschmiede auswärtig angeworben werden. Diese lernten dann Müscheder und Hachener Arbeiter zu Fachkräften an. Bereits 1922 gab es 28 Jubilare auf dem Hammer, die 25 Jahre dort gearbeitet hatten.

Der Hammer ist ein Stück von Müschede, ebenso waren und sind es seine Besitzer. Sie begegnen uns in der Geschichte Müschedes als Bürgermeister, in den Kirchen- und Vereinsvorständen. Die Dorfbewohner richteten sich nach dem Ton der Sirene. Er drang bis weit in die Feldmark und in die Wälder hinein. Sie diente Groß und Klein, dem Bauer auf dem Feld und im Wald zur Zeitorientierung, wobei die Röhrtalbahn-Lokomotive die Zwischenzeiten angab.

 
Sensenschmied, Jost Amman
Sehr seltener, echter, alter und prachtvoller Holzschnitt aus dem Jahre 1568 (aus der deutschen Erstausgabe des Ständebuchs) von Jost Amman, bedeutender Zeichner, Kupferstecher, Maler und Schriftsteller der Renaissance (1539 Zürich - 1591 Nürnberg). Bildtext: Vil Sensen durch mich gschmidet sind / Mit Hämmerschlagen / schnell vnd schwind / Die Dengel ich scharff vber dmaß / Damit man Meht das grüne Graß / Darauß denn wirt Grumaht vnd Heuw / Auch mach ich Sichel mancherley / Darmit man einschneid das Getreid / Durch alte Weiber vnd Bauwrn Meid.
 
Sensenschmied,  Müschede, Sophienhammer Sensenschmied, Müschede, Sophienhammer
 


Müscheder Sensenschmiede auf dem Sophienhammer bei ihrer Arbeit (Recken, Breiten, Glattschmieden, Klippern, Schleifen, Polieren, Lackieren, Versand). Die Lehrlinge schauen den erfahrenen Sensenschmieden über die Schulter. Original: Firma Cronenberg, Müschede.


 
Henkelmann, Kaffeeflasche, Müschede, Sophienhammer
 
  Entweder waren es die Ehefrauen oder während der Schulferien die Kinder, die zur Mittagszeit das Essen in Henkelmann und Kaffeeflasche zum Hammer brachten.


Die meisten Müscheder kannten den Werdegang einer Sense von frühester Jugend an. Beim täglichen Essenbringen lernten die Kinder nicht nur den Arbeitsplatz des Vaters kennen, sie waren auch bald in den Werkshallen wie zu Hause. Viele von ihnen wussten, dass auch sie eines Tages vor dem Ofen ihren Werdegang zum Sensenschmied beginnen würden.

Der Arbeitstag eines Sensenschmiedes begann in der Frühe des kühlen Morgens. Pünktlich um zwei ertönte die Sirene und kurz darauf gingen die Männer in ihrem Blaumann nach Hause. Den Henkelmann unter dem Arm und die Kaffeeflasche in der Hand zogen sie mit langen Schritten das Dorf hinauf. Wer versuchen wollte, mit ihnen Schritt zu halten, dem wurde bald warm unter der Jacke und die Luft knapp.
 
 
Textquelle u.a.: Dr. Friedrich Fabri, Müschede - Eine Chronik, Kolpingsfamilie Müschede, 1989


 
 


Müscheder Sensenschmiede des Sophienhammer mit dem Firmeninhaber im Zentrum des Bildes. Im Hintergrund das im Jahr 1870 errichtete Gebäude des Hammers, rechts das Lagergebäude. Das Foto wurde im Jahr 1893 aufgenommen. Original: Firma Cronenberg, Müschede.

 
Müschede, Belegschaft, Sophienhammer,  1893
Müschede, Belegschaft Sophienhammer, um 1900
   
 

Eine Gruppe von Müscheder Sensenschmieden und Schlosser, ausgestattet mit Werkzeugen, die auf ihr Arbeitsgebiet im Sophienhammer hinweisen, um 1900. Original: Firma Cronenberg, Müschede.


Ereignisse von großer Beliebtheit und kameradschaftlicher Bedeutung waren für die Belegschaft des Müscheder Hammers die jährlich stattfindenden Betriebsausflüge in die nähere Umgebung. Beispielhaft ist die "Gefolgschaftsfahrt"  am 19. Juli 1937 zum Felsenmeer bei Hemer in feinster Kleidung, wie dem Gruppenfoto zu entnehmen ist. Ganz selbstverständlich mit von der Partie, die Senioren Wilhelm und Ewald Julius Cronenberg und die damaligen Junioren Wilhelm und Franz Julius Cronenberg.

Die "Gefolgschaftsfahrt" der Firma Julius Cronenberg, Sophienhammer am 19. Juli 1937 zum Felsenmeer bei Hemer. Original: Konrad Vollmer, Müschede.

 
     
Cronenberg Felsenmeer
 
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