Sensenmuseum «« 2 von 8 »» ADH Müschede

 
  Sensenproduktion - Werdegang einer Sense

Eine Sense ist das Produkt der Erfahrung ungezählter Generationen von Sensenschmieden.

Vergleicht man eine im 18. Jahrhundert und eine heute hergestellte Sense miteinander, so besteht zwischen ihnen kein wesentlicher Unterschied. Lediglich die schon damals arbeitsteilige Fertigung wurde weiter spezialisiert und der Einsatz der Muskelkraft auf ein Minimum verringert.

Für eine 70 cm lange Reichsform-Sense benötigt man z. B. ein Stück Spezialstahl (Bröckel) von 35 mm Breite, 15 mm Stärke und 155 mm Länge. Hieraus wird in ca. 12 warmen und 20 kalten Arbeitsgängen unter Verwendung von altbewährten Schwanzhämmern oder auch modernen Luft- und Federhämmern die Sense von Hand geschmiedet.

Zunächst muß das auf ungefähr 1100 °C erhitzte Stahlstück auf die notwendige Länge (Zain) gereckt werden. Die „Hamme", die zur Befestigung am Sensenbaum dient, wird dann flach geschlagen und gebogen. Das Ende der Hamme wird mit dem „Knippel", einer warzenförmigen Erhebung, versehen.

Mit ganz besonderer Sorgfalt wird nun das Sensenblatt gebreitet. Dieses geschieht in 3 Schmiedevorgängen, nachdem das Werkstück jeweils auf 1000 °C erhitzt wurde.
Anschließend wird der Rücken, der bereits beim „Breiten" angedeutet wird, mit einer speziellen „Aufrückmaschine" aufgestellt. Er verleiht der Sense Stabilität und gibt ihr die gewünschte Form. Unebenheiten im Blatt werden durch einen speziellen Hammer, den sogenannten „Klipperhammer", im kalten Zustand geglättet.

Die endgültige Form erhält das Blatt schließlich durch das Beschneiden.
Nun wird die Hamme warm in die gewünschte Stellung gebracht, das Markenzeichen sowie die Länge in die Hamme eingeprägt und die fertige Sense konfektioniert.



Die 10 wichtigsten Arbeitsschritte beim Werdegang einer geschmiedeten Sense
:

 
Werdgang der Sense in 10 Schritten

 

 


Stangl oder Bröckel (Abschnitt von 155 mm Länge)

Zain

Sense 2. Hitze gebreitet



Sense 3. Hitze gebreitet


Sense abgerichtet



Sense beschnitten


Sense mit aufgestellter Hamme



Sense getupft


Sense geglänzt



Sense fertig ausgestattet


  Wie bei der Sense beginnt die Fertigung der Sichel ebenfalls mit dem Abschneiden des Bröckel. Danach folgen die Schmiedearbeiten: Spitze schmieden, Angel ausrecken, Breiten, Glattschmieden, Abschneiden und zum Schluss das Aufsetzen des Griffes. Die Musterstücke wurden uns angefertigt im Freundenthaler Sensenhammer.
 
 
Werdegang der Sichel Sichel, Ernte
 
 

Blick in den Fertigungsbereich, Recken und Breiten im Müscheder Sophienhammer um 1950. Original: Fa. Cronenberg, Müschede. Weitere Bilder zur Sensen-Produktion ...


 
Sensenproduktion
 
 

Die Abbildungen, mit denen die Sensenschmiede seit jeher ihre Produkte kennzeichneten, gehörten zu den ersten Markenzeichen unserer Wirtschaft. Sie erlaubten, die Sensen nach ihrer Herkunft zu unterscheiden.
Manche Zeichen waren aufgrund außergewöhnlicher Produktqualität berühmt. Sensen mit hoher Markenqualität waren besonders gefragt. Das Sensenzeichen war altes Familiengut, es wurde geachtet, gehütet und vererbt. Jeder Sensenschmied war bestrebt, durch beste Arbeit den Ruf seiner Zeichen zu steigern.

Hier einige Beispiele dieser oftmals recht phantasievollen Zeichen aus dem von der Familie Cronenberg geführten Marken-Register. Es stammt aus dem Jahre 1793 und enthält sämtliche Markenzeichen, die um das Ende des 18. Jahrhunderts in dieser Region geschlagen wurden.


 
Markenzeichen, Sense Markenzeichen, Sense
Markenzeichen, Sense Markenzeichen, Sense
     
 

Quelle: Jubilläumsschrift zum 275-jährigen Bestehen der Firma Julius Cronenberg oH, Sophienhammer, 59757 Arnsberg, 1986

 

 
 
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