Sensenmuseum «« 5 von 8 »» ADH Müschede

Mähen, Mäher


  Von der Hausense der Kelten zur heutigen Mähsense

Vorläufer der heutigen Mähsense ist die sogenannte Hausense, auch Sichte oder Kniesense genannt. Die Urform der Hausense war eine beidarmig geführte kurzstielige Sense mit kurzem breiten Blatt. Sie wurde in der jüngeren La-Téne-Zeit (5.–1. Jahrhundert v. Chr.) von den Kelten entwickelt. Mit ihrer Ausbreitung war eine Differenzierung verbunden, die im Mittelalter zur Entwicklung der einarmig genutzten Kniesense führte, so dass eine Hand für ein Hilfsgerät, dem sog. Mathaken / Erntehaken, frei wurde. In dieser Form wurde die Sense noch bis ins 20. Jahrhundert, i.W. bei der Kornente, eingesetzt. Parallel zur Kniesense entwickelte sich die zweiarmig geführte Mähsense, mit langem Stiel und langem Blatt. Sie war der alten Hausense wegen ihrer höheren Arbeitsleistung überlegen und verdrängte diese allmählich bei der Kornernte und auch beim Grasschnitt. mehr ...
 
 

Quelle: Institut für den wissenschaftlichen Film, Göttingen 1963

 
Kniesense, Mathaken, Erntehaken   Kniesense, Sichte
  Wegen der besonderen Form ihres Griffes wird die Hausense oder Sichte auch Kniesense genannt (o.). Mit dem Mathaken / Erntehaken (l.) werden die abzuhauenden Halme von den übrigen abgeteilt. Oft ist am unteren Ende ein keilförmiger Schlitz in Größe des Blattquerschnittes in das Holz geschnitten, durch den das Sichtenblatt geschoben wird, wenn Mathaken / Erntehaken und Sichte auf der Schulter getragen werden.
 
Mäher, Kniesense

Kornmähen mit der Sichte auf dem historischen Erntefest in Aperberg (s. Video - Aperberg)


Heinrich Niehoff aus Gronau hat die Handhabung der Kniesense und des Mathakens in einem beeindruckenden Foto festgehalten (l.).
Quelle: Heimatverein Gronau » Galerie

 
 
Mit der Kniesense wurde nicht nur gemäht

Die Radierung aus dem 17. Jahrhundert (s.u.) zeigt einen Blick in die weite, flache Ebene der Sennelandschaft bei Paderborn. Im Vordergrund ist ein Mann damit beschäftigt, mit einer Hacke Plaggen anzuheben und sie dann mit der Hausense abzuschlagen. Ein anderer Mann stellt sie gegeneinandergelehnt zum Trocknen auf. Unter Plaggen versteht man mit Heidekraut bewachsene Sandschollen. Die Kupfer-Druckplatte aus dem 17. Jahrhundert befindet sich im Herdringer Schlossarchiv; wir danken Wennemar Freiherr v. Fürstenberg für die Überlassung eines Originalabzuges.

 
 

Quelle: Dirk Strohmann, Johann Georg Rudolphi 1633-1693 - Das Druckgraphische Werk, Paderborn, 1981

 
     
Senne Plaggen Heidekraut, Kniesense
 
 
Mähsense, Sensenblatt und Sensenbaum


Wie die Hausense besteht auch die Mähsense aus einem Sensenblatt und dem dazugehörigen Sensenstiel. Da sie im Gegensatz zur Hausense zweiarmig geführt wird, ist die Länge des Sensenstiels und der Griffabstand von entscheidender Bedeutung. Bei einem 1,90 m großen Mann sollte die Länge des Stiels etwa 1,65 m betragen.

Bei der Auswahl des Sensenblattes sollte man nicht zu sehr auf den Preis sondern auf Qualität achten. Ein geschmiedetes Sensenblatt hält ein Leben lang, wenn es gut gepflegt wird. Früher hatte jede Region, bedingt durch die ortsansässigen Sensenschmiede, aber auch durch die Geländeform und die Bodenbeschaffenheit, ein individuelles Sensenblatt. In steinigen Gebirgslagen wurden im Allgemeinen kurze Sensen und auf ebener Fläche eher lange Sensen verwendet. Heutige Sensenblätter sind zwischen 65 und 70 cm lang. Aber auch bei der Gestaltung der Griffe, ihr Abstand und die Anbringung am Sensenbaum sind von Ort zu Ort deutliche Unterschiede zu erkennen, ebenso bei der Ausbildung des Reffs (s.u.).
 
     
Beschreibung der Sense Sensengriffe Sensengriffe
Sensenwurf mit Reff Sensenreff
 
 
Der Müscheder "Westdeutscher Mähverband 1925"


Das Foto (s.u.) zeigt eine Gruppe Müscheder Mäher nach ihrem Einsatz. Nach der Sensenaufschrift nennen sie sich scherzhaft "Westdeutscher Mähverband 1925". Mit ihrem Hauptwerkzeug, der Sense, blicken sie, nicht etwa erschöpft, sondern freundlich, gelöst in die Kamera. Mähen in einer Gruppe hatte eben auch gesellige Züge.
 
 
 
Müscheder Mähergruppe
 
Fliese Wanderarbeiter, Mäher  
Der Schnitter (Mäher) als Wanderarbeiter

auf einer holländischen Fliese aus dem 17. Jahrhundert. Sie gehört zu der großen Gruppe der Ambachten (= Handwerker- / Berufsdarstellungen), kobaldblau mit großen Ochsenkopf-Eckornamenten.

Der Schnitter (Mäher) ist in Europa ein fast ausgestorbener Beruf. Im Sommer zog er als Wanderarbeiter mit seinem Hauptwerkzeug, der Sense, von Dorf zu Dorf, um den Bauern bei der Korn- und Grasernte zu helfen.

Seine Wanderroute war gut durchdacht und richtete sich nach den landschaftsbezogenen Reifezonen, die er kannte und geschickt ausnutzte.

 
Quelle: Wikipedia
 
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