Plattdeutsche Müscheder Mundart ADH Müschede

Dokumentation
   
Dr. Felix Wortmann ADH Müschede
 

Links: Der Müscheder Sprachwissenschaftler Dr. Felix Wortmann (†). Rechts: Besprechung des ADH mit der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens in Münster. Von links: Josef Keilig, Wilhelm Böhmer, Hubert Michel, Peter Siepmann, Dr. Robert Damme, Fritz Schulte, Dr. Werner Beckmann, Bernd van de Sand.

 
 


Erinnerungen an den Müscheder Sprachwissenschaftler Dr. Felix Wortmann


Felix Wortmann wurde am 4. Oktober 1905 als sechstes von zwölf Kindern der Eheleute Josef und Maria Wort- mann geb. Engelhardt in Müschede geboren. Er starb am 13. November 1976 in Münster (Stammtafel). Nach dem Abitur am Gymnasium in Neheim studierte er Geschichte in Freiburg und Wien, wo er auch das Doktorexamen im Jahre 1932 ablegte. (s. auch MB 2004/29)


Ein darauf folgendes Germanistikstudium in Münster schloss er 1937 mit dem Staatsexamen ab. Seit 1934 arbeitete er im Archiv des Westfälischen Wörterbuches, in dessen Aufbau ein wesentlicher Teil seines wissenschaftlichen Mühens eingeflossen ist.


Als Sprachwissenschaftler in der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens, widmete ihm die Kommission zu seinem 70. Geburtstag eine Festschrift, in der unter dem Titel: "Zum Vokalsystem einer Südwestfälischen Mundart" ein umfangreicher Beitrag zur Müscheder plattdeutschen Mundart enthalten ist.

Auszug aus dem Vorwort der Festschrift:
Anläßlich seines 7o. Geburtstages hat die jetzige Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens beschlossen, die wissenschaftlichen Verdienste Felix Wortmanns in ihrer Reihe Niederdeutsche Studien durch eine Festschrift mit Beiträgen zur niederdeutschen Philologie zu würdigen. Das Ergebnis ist das vorliegende Buch, zu dem auch auswärtige Philologen beigetragen haben, darunter mehrere namhafte Fachleute, die sich im Ausland der Erforschung des Niederdeutschen widmen.

Sie dürfen also, verehrter Herr Wortmann, die vorliegende Sammlung als eine Huldigung durch die niederdeutsche Fachwelt betrachten. Wir hatten gehofft, die Überreichung der Festschrift mit einem kleinen Festakt in Anwesenheit einer Reihe von Freunden und Fachgenos- sen verbinden zu können. Das ist leider nicht möglich. Seien Sie aber davon überzeugt, daß alle, die sich mit Ihnen fachlich und menschlich verbunden fühlen, zusammen mit den Autoren dieses Bandes hoffen, daß Ihnen die Lektüre unserer Beiträge etwas Freude bereiten möge. Diese Hoffnung verknüpft sich mit unseren Gefühlen der Bewunderung und Sympathie sowie mit unseren herzlichen Wünschen für Ihr Wohlbefinden. Wir wissen uns dadurch mit Ihrer verehrten Gattin verbunden.

 


Anmerkungen zum Realisierungskonzept



Nur noch wenige Müscheder beherrschen die Müscheder plattdeutsche Mundart. Der Müscheder Arbeitskreis für Dorfentwicklung und Heimatpflege (ADH) sieht es daher als seine Pflicht an, sich für die Dokumentation des speziellen "Müscheder Platt" in kommunizierbarer Form einzusetzen.

Gegenüber anderen Ortschaften hat Müschede den Vorteil, dass im Jahr 1976, anlässlich des 70. Geburtstages des Müscheder Sprachwissenschaftlers Dr. Felix Wortmann, die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens von zwei "Müscheder Gewährsleuten", Heinrich Schulte-Allhoff und Wilhelm Böhmer sen., Tonbandaufzeichnungen zu etwa 1000 von ca. 5000 Wörtern erstellt und ausgewertet hat. Die Dokumentation erfolgte in wissenschaftlicher Lautsprache, deren Lesbarkeit eine Übertragung in unsere heutige Norm-Schrift erfordert.

Nach einer Besprechung des ADH mit der Kommission für Mundart- und Namen- forschung Westfalens in Münster, wird diese die damals erstellte Auswertung einschl. der Tondokumente und weiterer Archivalien aus dem Nachlass von Dr. Felix Wortmann zur Verfügung stellen.

Des Weiteren verfügt Müschede über einen beeindruckenden Textfundus in spezieller Müscheder plattdeutschen Mundart von hohem volkskundlichem Wert. Mit der Bearbeitung dieser Texte für die geplante Dokumentation wurde bereits begonnen.

Außerdem hat der Leiter des Mundart- archivs Sauerland, Herr Dr. Werner Beckmann, umfassende Hilfe zugesagt. Als Kenner des "Müscheder Platt" hat Wilhelm Böhmer seine Mitarbeit ebenfalls zugesagt. Wilhelm Böhmer wird darüber hinaus die in plattdeutscher Müscheder Mundart verfassten Gedichte seines Vaters als Belegtexte zur Verfügung stellen.

 
 
 
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