Ortsgeschichte ADH Müschede

 


Der Müscheder Hubertusschlüssel

In Müschede ist der Hubertusschlüssel heute nicht mehr vorhanden; dass es ihn gegeben hat ist unbestritten.

Vikar Kaup schreibt am 20.2.1918 in einem seiner zahlreichen Briefe an die Müscheder Frontsoldaten:

"Welches Vertrauen man dem hl. Hubertus gegen die Tollwut schenkte, bezeugt folgende Mitteilung des im Jahre 1874 verstorbenen Müscheder Lehrers Johannes Hüttemann (S. 275). Wie er von alten Männern erfahren, so berichtet er, habe man früher die Jagdhunde am Feste des hl. Hubertus mit dem diesem Heiligen geweihten Schlüssel (der sich noch jetzt in der Vikarie befindet) zum Schutze gegen die Tollwut gebrannt. Zu diesem Zwecke habe neben der Kapelle ein Hundestall gestanden, worin die Hunde eingesperrt wurden. Diese alten Männer hatten versichert, dass sie sich aus ihren Kinderjahren des gewaltigen Heulens der Hunde noch erinnerten, wenn bei ihnen das Mittel zur Verhütung der Tollwut in Anwendung gebracht wurde."

 
   
  St. Hubertus, Holzschnitt von dem Kirchenmaler Augustin Kolb (1869-1942). Original: Müschede

 
 

Auch im Jahr 1926 war der Hubertusschlüssel noch vorhanden, denn nach einem Beitrag zum Hubertusfest in Müschede, erschienen im "Suerlänner 1926", konnte dem Verfasser F. Menne, der Hubertusschlüssel in der Müscheder Vikarie - vermutlich von Vikar Kaup - noch gezeigt werden, so schreibt Dr. Magdalene Padberg in Ihrem beeindruckenden Werk über Patrone und Heilige im kurkölnischen Sauerland, 1993 herausgegeben vom Schieferbau- und Heimatmuseum in Schmallenberg-Holthausen.

1929 wurde Vikar Bernhard Kaup von Müschede nach Natzungen versetzt. Es ist denkbar, dass in diesem Zusammenhang der Müscheder Hubertusschlüssel verloren ging, denn nach bisherigen Kenntnissen gibt es nach 1926 keinen sicheren Hinweis zu seinem Verbleib.


 
 
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