Ortsgeschichte ADH Müschede

 


Instruktion des Gebrauchs der Schlüssel des heiligen Huberti

Die Schlüssel oder eiserne Cors, oder Cornets, berührt mit der heiligen Stola und benediziert mit den üblichen Gebeten, haben die Kraft zu präservieren vor der dollheit, die Thiere, welche damit marqiert oder gezeichnet, zu heilen, diejenigen, welche gebissen durch dolles Vieh, oder wenn sie kommen zu sterben nachdem sie also gezeichnet, sterben sie ruhig ohne daß sie andere beschädigen oder Leids tun.

 


Das Originaldokument (hier Ausschnitt) befindet sich im Herdringer
Schlossarchiv (AFH 3943, fol. 135).

Man muss es also gebrauchen, sobald man vernimbt, dass das Thier, (welches man will zu hülf kommen) gebissen ist, von einem anderen mit dollheit berühret, muss man gesachten Schlüssel im Feuer warm machenund ganz brennend auf die Wund selbstens drucken, wass gewöhnlich geschehen kann, wo nitt, auf die Stirn bis auf das lebendige Fleisch.

Nachdem das geschehen, muss man andächtig betten, fünf oder neun Tage seiner Andacht nach fünf pater und ave, zu Ehren Gottes, der Muttergottes und des heiligen Huberti und man muss geben an jedem gesachten Tag gesachtem Thier, vor allem anderen essen ein stücklein oder ein bissel des gesegneten Brotes. Ich habe gesacht sobald, sogleich, weilen die erfahrnis lehrt, dass Gefahr bei dem aufschieben.

Ess werd woll getan sein, das Thier, als verletzt, Hund oder anderes, neun Tage lang eingeschlossen gehalten werden, muss sorgen, dass durch eine immoderierte Bewegung oder andere Exerzitien, das Gift sich mehr ausbreitet.

Man gibt erinnerung für eine hewisse Antidote (= Gegengift) und versicherter preservatif dass derjenige, durch eine sonderbare Andacht sich lasseneinschreiben, der Bruderschaft gesachten Heiligen, und jährlich ein gewisses von ihrem Vieh gebe, so viel, dass ihnen gefällig, wie solches an vielen örtern gebräuchlich seint, gemeinichlich frey vor diesen funesten (= verhängnisvoll) Accident (= Unfall) wofür die Ehre sei Gott und sunderlich in seinem heiligen Huberti.

Übertragen und sprachlich angepasst: Anton Enste, Herdringen, 1961


 
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