Aktuelles    2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 

ADH-Müschede


   
  Eine besinnliche Weihnachtszeit und
alles Gute im neuen Jahr 2017
wünscht der Müscheder ADH
 
 
   
     
  Ein Uhu im Kreuzgang des Doms zu Osnabrück. Foto: Hans-Detlev Kampf, Osnabrück
(mit freundlicher Genehmigung)
 
     
     
   
     
     
 
Als die Mundart noch die alltägliche Sprache war, empfand man sie durchaus nicht als Erlebnis. Heute aber geht sie immer weiter zurück, und auch vielen Sauerländern ist die Mundart ihrer Vorfahren heute weitgehend unbekannt – Kinder und junge Leute verstehen
sie nicht einmal mehr.

Wenn sich nun Menschen, die nicht über mundartliche Kenntnisse verfügen, mit Mundart in Schrift oder Ton auseinandersetzen, so wird dies für sie zum Erlebnis. Die Mundart ist nicht einfach eine Variante der deutschen Standardsprache, obwohl in ihrem Namen das Wort „deutsch“ enthalten ist: niederdeutsch oder auch plattdeutsch. Es ist eine eigenständige Sprache mit eigenen Regeln, ja sogar mit einer eigenen Mentalität. Dem, der sich mit
Mundart befasst, tut sich eine andere Welt auf.
 
 
Unten: 2 der insges. 20 Bildseiten
 
     
   
     
 

Im Rahmen der Forschungen für das Westfälische Wörterbuch hat Dr. Wortmann, eine umfangreiche Zettelsammlung mit plattdeutschen Stichwörtern und ergänzenden Angaben
wie grammatikalischen Bestimmungen und Anwendungsbeispielen, vor allem Sprichwörtern und Redensarten, zusammengestellt. Diese Zettelsammlung ist dem ADH Müschede von der Kommission für Mundart- und Namenforschung Münster in Ablichtung überlassen worden. Der ADH sagt dafür besonderen Dank.

Dr. Wortmann war ein begeisterter Wanderer. Mit Vorliebe erwanderte er seine sauerländische Heimat, ausgehend von seinem Elternhaus, in dem er, wenn es seine Zeit erlaubte, an Wochenenden Quartier bezog. Abends nach seiner Rückkehr versammelte er Müscheder um sich, die der örtlichen Mundart noch mächtig waren, um sich mit ihnen in

ihrer Mundart zu unterhalten. Zwei seiner wichtigsten Gewährsleute waren dabei Wilhelm Böhmer sen. und Heinrich Schulte-Allhoff. Heute wissen wir, dass der Inhalt seiner Zettelsammlung vor allem Ergebnis dieser zielgerichteten Gespräche ist und wie bereits erwähnt, in das Westfälische Wörterbuch mit entsprechender Ortskennzeichnung

eingeflossen ist.

Diese Quelle ist die Grundlage für unser Buch „Erlebnis Mundart“. So ist gewährleistet, dass es sich in allen Fällen um reine, unverfälschte Müscheder Ortsmundart handelt – gewissermaßen um einen Grundwortschatz der Müscheder Mundart. Besonders

berücksichtigt sind Begriffe der Landwirtschaft, denn zur Jugendzeit Wortmanns war das

Dorf noch vorwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Bedingt durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Einwohnerzahl von Müschede beträchtlich. Das hatte zur Folge, dass die niederdeutsche Mundart vielen Einflüssen von fremden Dialekten und Sprachen ausgesetzt war und so in der reinen, unverfälschten Form zum Teil verloren ging. Im bäuerlichen
Leben konnte sie sich allerdings noch lange Zeit fast unverändert behaupten; daher ist
Dr. Wortmann auch einer der letzten Muttersprachler, die das Müscheder Platt noch weitgehend ohne fremde Einflüsse erlernt und bewahrt haben.

 
     
   
     
     
 
Felix Wortmann
Dr. Felix Wortmann
 
     
  Dr. Felix Wortmann geb. 1905 in Müschede, gest. 1976 in Münster.
Die Vorfahren in Müschede!
 
   
     
     
  Blick auf den Müssenberg  
  Müschede Blick vom Sorpedamm auf den  Müssenberg  
     
     

 

  Anfang | Aktuelles | Startseite