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  Das neue Müscheder Blatt
erscheint im März!


Zur Geschichte der Müscheder
Bäckereien

 
 

 

 
 

Der Beitrag beginnt mit einem allgemeinen Rückblick in frühere Jahrhunderte, als auf den Bauernhöfen in eigenen Backhäusern und in den Wohnhäusern noch Brot gebacken wurde. Auch in der jüngeren Geschichte unseres Dorfes finden wir hierzu mehrere Hinweise.

Eine der frühen gewerblichen Bäckereien in Müschede richtete Josef Rocholl in dem Fachwerkhaus ein, das er auf seinem Grundstück an der Rönkhauser Straße, Ecke Krakeloh in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtete. Offenbar hatte sich Josef Rocholl im Zuge der beginnenden Industrialisierung zusätzliche Umsätze durch die verkehrsgünstige Lage an der Rönkhauser Straße erhofft.

Die ersten Müscheder, als Meisterbetriebe "modern" ausgestatteten Bäckereien Hoffmann / Schwingenheuer und Voss / Dahme, über die ausführlich berichtet wird, existieren heute nicht mehr, sie entstanden um 1900.

Der Beitrag enthält zahlreiche historische Fotos, die uns aus den Familienarchiven zur Verfügung gestellt worden sind.

 
     
   
 
Silvester 1952 in Hoffmanns alter Backstube: Rudolf Hoffmann holt die Brote aus dem Backofen, Heinrich Schlinkmann streicht sie ein. Von links: Hubert Heimann, NN, Elmar Michel-Schäfersmann, Johannes Michel, Rudolf Hoffmann und Heinrich Schlinkmann. Original: A. Hoffmann
 
     
   
 
Albert Dahme mit dem Brotwagen der Bäckerei Franz Voss auf dem Weg zur Kundschaft. Im Hintergrund die Hofseite des Hauses Voss. Original: OAM
 
     
     
     
     
     
   
     
 
Als die Mundart noch die alltägliche Sprache war, empfand man sie durchaus nicht als Erlebnis. Heute aber geht sie immer weiter zurück, und auch vielen Sauerländern ist die Mundart ihrer Vorfahren heute weitgehend unbekannt - Kinder und junge Leute verstehen sie nicht einmal mehr.

Wenn sich nun Menschen, die nicht über mundartliche Kenntnisse verfügen, mit Mundart in Schrift oder Ton auseinandersetzen, so wird dies für sie zum Erlebnis.

Die Mundart ist nicht einfach eine Variante der deutschen Standardsprache, obwohl in ihrem Namen das Wort „deutsch“ enthalten ist: niederdeutsch oder auch plattdeutsch. Es ist eine eigenständige Sprache mit eigenen Regeln, ja sogar mit einer eigenen Mentalität. Dem, der sich mit
Mundart befasst, tut sich eine andere Welt auf.
 
     
 
Unten: 2 der insges. 20 Bildseiten
der Müscheder Mundart im Bild
 
     
   
     
     
 

Im Rahmen der Forschungen für das Westfälische Wörterbuch hat Dr. Wortmann, eine umfangreiche Zettelsammlung mit plattdeutschen Stichwörtern und ergänzenden Angaben
wie grammatikalischen Bestimmungen und Anwendungsbeispielen, vor allem Sprichwörtern und Redensarten, zusammengestellt. Diese Zettelsammlung ist dem ADH Müschede von der Kommission für Mundart- und Namenforschung Münster in Ablichtung überlassen worden. Der ADH sagt dafür besonderen Dank.

Dr. Wortmann war ein begeisterter Wanderer. Mit Vorliebe erwanderte er seine sauerländische Heimat, ausgehend von seinem Elternhaus, in dem er, wenn es seine Zeit erlaubte, an Wochenenden Quartier bezog. Abends nach seiner Rückkehr versammelte er Müscheder um sich, die der örtlichen Mundart noch mächtig waren, um sich mit ihnen in
ihrer Mundart zu unterhalten. Zwei seiner wichtigsten Gewährsleute waren dabei Wilhelm Böhmer sen. und Heinrich Schulte-Allhoff. Heute wissen wir, dass der Inhalt seiner Zettelsammlung vor allem Ergebnis dieser zielgerichteten Gespräche ist und wie bereits erwähnt, in das Westfälische Wörterbuch mit entsprechender Ortskennzeichnung eingeflossen ist.

Diese Quelle ist die Grundlage für unser Buch „Erlebnis Mundart“. So ist gewährleistet, dass es sich in allen Fällen um reine, unverfälschte Müscheder Ortsmundart handelt – gewissermaßen um einen Grundwortschatz der Müscheder Mundart. Besonders
berücksichtigt sind Begriffe der Landwirtschaft, denn zur Jugendzeit Wortmanns war das Dorf noch vorwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Bedingt durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Einwohnerzahl von Müschede beträchtlich. Das hatte zur Folge, dass die niederdeutsche Mundart vielen Einflüssen von fremden Dialekten und Sprachen ausgesetzt war und so in der reinen, unverfälschten Form zum Teil verloren ging. Im bäuerlichen
Leben konnte sie sich allerdings noch lange Zeit fast unverändert behaupten; daher ist
Dr. Wortmann auch einer der letzten Muttersprachler, die das Müscheder Platt noch weitgehend ohne fremde Einflüsse erlernt und bewahrt haben.

 
     
  Müscheder Mundart  
     
     
 
Felix Wortmann
Dr. Felix Wortmann
 
     
 

Dr. Felix Wortmann geb. 1905 in Müschede, gest. 1976 in Münster.

Die Vorfahren in Müschede! ...

 
   
     
     
 

Aufgrabungen im Bereich eines vermuteten Köhlerplatzes am Müssenbergweg

Holzkohlenreste im Boden sind auch nach
rd. 180 Jahren noch vorhanden.

 
     
   
     
     
     
     
  Blick auf den Müssenberg  
   
 
Foto: H. Michel        
 
     
  Von Reigern nach Müschede  
   
 
Foto: H. Michel                   
 
     
     

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Foto: Hans-Detlev Kampf,
Osnabrück

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Müschede, Jünglingsverein 1898
mit Zuordnung der Namen.
Dokumentation
der Müscheder Mundart
 
Müscheder Blätter:
Müscheder, an die wir uns erinnern: Dr. Felix Wortmann, Sprachwissenschaftler
S. 209 ff »»»
 
 
 
   
   
   

 
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